Keynote

 

 

 

 

Foto: Nina Gschlössl

Keynote von Stefanie Beckmann beim Kongress der Theaterstudierenden im Rahmen des Triptychons der Darstellenden Künste des Ensemble Netzwerkes am 2.5.2018 in Bochum

Persönlichkeitsentfaltung im Studium der darstellenden Künste
Wer es aufrichtig damit meint, bleibt ratlos

 

Liebe Theatermacher*innen, guten Abend!

Danke, liebes Junges Ensemble Netzwerk, liebe Lisa Jopt, liebe Romy Schmidt und Team des Prinzregenttheaters für Eure Einladung, über meine Arbeit als Systemischer Coach in den darstellenden Künsten und insbesondere meine Arbeit innerhalb der Lehre zu sprechen. Danke – Euch und Jakob Arnold – für den guten Kontakt im Vorfeld. Liebe Anica Happich und Baris Tangobay, vielen Dank für Eure Umfrage unter den Studierenden und Eure „Bonner-Rede“. Ich hoffe, dass ich mit meinem heutigen Beitrag zum Thema der Persönlichkeitsentfaltung innerhalb des Studiums einen Impuls geben kann.

Ein Schauspielstudent bietet als Reaktion auf den blutigen Bühnentod seines Kollegen einen starken Brechreiz an. Bei der anschließenden Kritik formuliert die Regie ihre Einwände und beschreibt wunderbare, kluge Alternativen: Wie sich seine Figur in dem Moment fühlen könne. Was die Figur oder er als Schauspieler denken könne. Daraufhin unterbreitete der Choreograph der Produktion Vorschläge, wie er das mit seinem Körper und seiner Atmung unterstützen könne. Wunderbar! Tolle Ideen! Ich saß neben dem Schauspieler und sah, wie er auf die Doppelseite sein Probenhefts notierte: „Kotzen nicht zeigen!“

Er hatte zahlreiche Ideen gehört, wie er an dieser Szene weiter arbeiten könne und das einzige, was er Notierens wert fand, war, was er zu unterlassen habe. Als ich mit dem Direktor der Schauspielschule über diesen Moment sprach sagte er nur: „Ja, so arbeiten wir Schauspieler!“

Ich war zugegeben fassungslos. Wie soll etwas Interessantes entstehen, wenn sich ein Schauspieler innerhalb der Proben vor allem auf die gedanklichen Stopp- und Verbotsschilder konzentriert und ihm auch noch gesagt wird, wie seine Figur zu denken und zu fühlen habe. Was er mit seinem Körper, seiner Atmung und seiner Stimme machen solle. Ich konnte verstehen, warum er diese Ratschläge nicht annehmen konnte. Denn das hatte alles nichts mit ihm zu tun.

Das war ein Moment, warum ich mich entschied, eine Ausbildung zum Systemischen Coach zu machen: Ich wollte den Menschen, mit denen ich arbeite, ermöglichen ihren persönlichen Zugang zu ihrer Aufgabe zu finden. Ich wollte, dass sie sich innerhalb einer Zusammenarbeit gegenseitig inspirieren – den gemeinsamen Denk-Raum öffnen – neue Ideen und Gedanken hervorbringen, so dass ein kraftvolles, vielstimmiges und perspektivenreiches Theater entsteht. Und das will ich immer noch!

Wie absurd ist es, wenn wir immer darüber sprechen, dass das Theater neue Denkanstöße geben soll – und genau den Menschen, die es machen, wird es nicht ausreichend ermöglicht.

Hinzu kommt, dass neue Theaterformen wie Stückentwicklungen, Projektarbeiten und Side-Specific-Produktionen von den Schauspielenden erwarten andere Gestaltungsspielräume zu füllen als im klassischen Schauspiel. Sie übernehmen einen Teil der Autorschaft, tragen Mitverantwortung für den gemeinsamen Arbeitsprozess und sind immerfort angehalten ihre Haltung gegenüber einem Thema zu hinterfragen. Hier werden die Schauspielenden nicht mehr ausschließlich an ihrem Handwerk gemessen, sondern an ihrer Persönlichkeit und dem Reifegrad ihrer Reflexionen und Handlungen.

Dass es daher eine gute Idee ist, Schauspieler*innen bereits während ihrer Ausbildung bei dieser persönlichen Entwicklung zu unterstützen, scheint allen Verantwortlichen klar zu sein.

Und hier kann das Systemische Coaching meiner Erfahrung nach einen wertvollen Beitrag leisten. Das Systemische Coaching basiert auf dem konstruktivistischen Denken, wie es unter anderem von Heinz von Foerster und Paul Watzlawick beschrieben wird. Dessen Kernaussage lautet sehr vereinfacht, dass es keine objektive Wahrheit gibt. Die Realität eines Einzelnen ist geprägt durch seine Erfahrungen, sein Umfeld und seine Beziehungen in den verschiedenen Kontexten. Kurz: Das jeweilige System eines Menschen.

Während die Beziehungen zwischen Dozierenden & Studierenden oder Mentor*innen und Mentees aufgrund eines Wissens- / Könnens- und Erfahrungsvorsprungs „naturgemäß“ hierarchisch sind, arbeiten die Studierenden und ich mit geteilter Verantwortung auf Augenhöhe: Die Studierenden sind dafür verantwortlich, welche Inhalte sie in das Coaching einbringen und für die Gestaltung der Lösung. Ich gestalte die Dramaturgie des Arbeitsprozesses und führe durch diesen hindurch, so dass sich die Studierenden vollkommen auf ihre inhaltliche Auseinandersetzung konzentrieren können. In die Inhalte mische ich mich nicht ein.

Jedes Coaching beginnt daher mit einer Auftragsklärung, in dem die Studierenden ihr Thema und ihr Ziel formulieren. Dabei verwenden wir wenig Zeit darauf, Ursachen für Probleme aufzudecken. Zum Einen, weil dieses Vorgehen immer auch die Frage nach der Schuld aufwirft; was erfahrungsgemäß auf allen Seiten zu tendenziell schlechter Stimmung führt: Die Einen fühlen sich angegriffen und die Anderen hilflos, da die „Schuldigen“ anscheinend auch die Macht dazu hatten und nun das eigene Wohlergeben von ihnen abzuhängen scheint. Das verringert auf beiden Seiten eher die Bereitschaft, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Zudem lassen sich Entwicklungen kaum in einer chronologischen Kette von Ursache und Wirkung rekonstruieren.

Im Coaching richten wir daher das Augenmerk auf Lösungen und den Bereich, den die Studierenden selbst in der Hand haben (und der meistens größer ist als zunächst angenommen). Das heißt, dass wir im Coaching immer nach den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten suchen. Beispielsweise habe ich 2016 mit meinen Studierenden verschiedener Theaterdisziplinen und von drei Fachakademien bzw. Hochschulen ein gemeinsames Coaching angeboten, in dem wir der Frage nachgingen „Wie wollen wir zukünftig arbeiten?“. Wir identifizierten sowohl die Stärken als auch Schwachstellen ihrer aktuellen Ausbildungen und des Theaterbetriebs. Der wichtigste Schritt war jedoch die Erarbeitung möglicher Aktivitäten, wie die Studierenden selbst dazu beitragen können, dass die gewünschte Form von Arbeit möglich wird. Es entstand eine Manifest-artige Liste mit 15 Punkten und eine Übersicht mit konkreten Aktivitäten.

Das Ziel eines Coachings ist die Erarbeitung neuer Sichtweisen – das nehmen wir auch als Theatermacher*innen für unsere Arbeit in Anspruch. Meine Aufgabe als Coach ist es, mein Gegenüber in seinem Denkprozess möglichst lösungsorientiert zu unterstützen. Dazu arbeiten wir mit verschiedenen Methoden, doch das wichtigste Werkzeug sind Fragen.

Im Coaching werden folgende Fragen-Typen unterschieden:

Geschlossene Fragen
Offene Fragen
Hypothetische Fragen
Zirkuläre Fragen
Fragen zum System
Ressourcen-Fragen
Reframing-Fragen
Ziel- und Lösungsfragen
Informations-Fragen
Feedback-Fragen
Vertiefungs-Differenzierungs- und
Präzisierungsfragen
Provokante Fragen
Paradoxe Fragen
Ökologische Fragen
Intuitions-Fragen
Emotionsbezogene-Fragen
und Fragen zum Praxistransfer

Mit meinen Fragen darf ich aber keine Lösungsvorschläge suggerieren.
Und vor allem dienen diese Fragen nicht dazu meine Neugier zu befriedigen. Es kommt sogar vor, dass mein Gegenüber seine Antworten gar nicht ausspricht, sondern mir signalisiert, dass er oder sie eine Antwort gefunden hat. Dann stelle ich die nächste Frage.

Damit ich mich als Prozessverantwortliche aber nicht im totalen Blindflug bewege, gibt es einige Eckpfeiler:

Das ist zum einen das Thema als Startpunkt (z.B.: Ein Schauspielstudent hat den Eindruck, die Regie der Abschlussinszenierung arbeite überhaupt nicht mit ihm). Zudem klären wir zu Beginn des Coachings das Ziel: Was soll am Ende des Coachings anders sein? (z.B.: Der Student hat konkrete Strategien erarbeitet, wie er die Proben dennoch gut für sich nutzen kann.). Mit Blick auf dieses Ziel entwickle ich den Coaching-Prozess.

In diesen Prozess wird das gesamte „System“ des Studierenden einbezogen, das mit dem zu bearbeitenden Thema zusammenhängt: Das wäre der Kontext des Themas (in meinem Beispiel die Abschlussinszenierung im Rahmen des Studiums). Weitere beteiligte Menschen wie die Regie und andere Mitglieder des Produktionsteams. Und relevante Parameter (z.B. das Inszenierungskonzept, die verbleibende Probenzeit und der Stellenwert der Produktion).

Dann schauen wir uns die so entstehenden Beziehungsgeflechte und auch noch die Umwelt des Systems an (z.B. die Schulleitung, andere Dozierende, das Schauspielschultreffen, „die Theaterwelt“, andere Inspirationsquellen außerhalb der Produktion).

Nachdem wir das System betrachtet und mit Blick auf die Zielstellung die Informationen und Gedanken dazu sortiert haben, arbeiten wir an konkreten Lösungen. Dazu werden frühere gelungene Lösungsstrategien erinnert und möglichst alle Kompetenzen, Stärken und Fähigkeiten, die hier hilfreich sein könnten, sichtbar gemacht. Das Problem wird aus verschiedenen Perspektiven und auch in einem anderen Licht betrachtet. Und wir suchen nach Abweichungen, die das Muster der Wahrnehmung durchbrechen. (Gab es innerhalb des Probenprozesses auch Momente, in denen die Regie mit ihm gearbeitet hat?)

Im Coaching wird zudem über konkrete Handlungen nachgedacht, die zur neuen Sichtweise passen und die für die Menschen besser funktionieren als die bisherigen (z.B. mehr Aufmerksamkeit auf die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen zu richten als auf die Regie – oder der Regie vor der Probe mitzuteilen, zu welchem konkreten Aspekt seiner Arbeit eine Rückmeldung während der Kritik hilfreich wäre.) Dabei werden natürlich auch mögliche Hindernisse und erwartete Widerstände identifiziert. Wir sprechen über sie, um sich ihrer bewusst zu werden. Doch auch, um im nächsten Schritt darüber nachzudenken, wie mit diesen Hindernissen umgegangen werden oder diese sogar verhindert werden könnten. Schließlich werden Pläne geschmiedet, wie die Person selbst dafür sorgen kann, dass sie ihre Vorhaben auch möglichst in die Tat umsetzt.

Im Coaching gehe ich immer davon aus, dass die Studierenden selbst die Fähigkeit haben, für sich eine Lösung zu erarbeiten. Die Verantwortung für die spätere Umsetzung verbleibt ebenfalls bei ihnen. Ich gebe zu keinem Zeitpunkt des Coachings Ratschläge!

Anhand der jeweils spezifischen Fragestellung eines Coachings betrachten wir verschiedene und unterschiedlich komplexe Systeme: Reden wir innerhalb des Coachings über das System der „Rolle“ und betreiben mit dem systemischen Modell eine umfassende Rollenanalyse? Reden wir über das System der Figur im Lichte des Inszenierungskonzeptes? Geht es um das System des „Feldes“ mit den Kolleg*innen? Wir können das so weiterführen bis hin zu Arbeiten, die neue Schnittstellen zwischen dem Theater und der klassischen Umwelt schaffen, so dass ganz neue Systeme entstehen. Systeme in denen Kollektive zum Beispiel selbstorganisiert arbeiten wollen.

Vor dem Hintergrund unterschiedlich komplexer Systeme würde ich gerne die Frage nach der Selbstverantwortung der Schauspieler*innen diskutieren!

Ich behaupte nicht, dass proportional zur Selbstverantwortung und mit zunehmender Gestaltungsfreiheit die Arbeitszufriedenheit wächst. Ich würde aber sagen, je größer das Spektrum der eigenen Selbstverantwortung ist, desto relevanter wird die Frage nach der Zusammenarbeit. Je größer das Mitspracherecht der Akteure innerhalb einer Produktion ist, desto wichtiger wird die Kommunikationskultur. Und: Unterschiedlich komplexe Systeme bedeuten unterschiedliche Gestaltungsräume und Grade der Selbstverantwortung.

Entscheidend finde ich daher, dass die Studierenden ein Bewusstsein dafür erhalten, in welchem System er oder sie sich aktuell kompetent fühlt oder welche Herausforderungen als reizvoll empfunden werden, um Verantwortung und die damit einhergehende Gestaltungsmöglichkeit zu übernehmen. Dazu können wir die Studierenden individuell befragen.

Meine Erfahrung mit dieser systemischen Betrachtungsweise ist, dass die Studierenden einen sehr persönlichen Bezug zu einem Thema herstellen. Doch ist diese nicht selbstbezüglich, weil die Betrachtung der Umwelt auch eine Auseinandersetzung mit der Welt erfordert. Und das selbstständige Denken innerhalb des Coachings schließt ja nicht aus, dass sich die Studierenden nicht mehr weiterbilden und andere Gedanken nicht mehr zulassen. Im Gegenteil: Ihnen wird selbst klar, welche Informationen ihnen fehlen, um das eigene Ziel zu erreichen. Sie sind stärker motiviert sich weiterzubilden, weil sie wissen, wozu sie diese Informationen überhaupt brauchen.

Wir alle kennen Studierende, die sich am Kunstverständnis ihrer Dozierenden orientierten und vermutlich kennen wir alle noch mehr Studierende, die in der Opposition ihren Weg suchen. Ein ehemaliger Leiter einer Regieausbildung sagte mir einmal, dass sich die Studierenden an ihm und seiner Kritik abarbeiten müssten und darüber zu ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrem künstlerischen Zugriff fänden. Das war ein von der Leitung akzeptiertes „Lehrkonzept“.

Mir persönlich erscheint der affirmative Reproduktionsansatz, der auf bereits Bewährtes setzt, der Innovation nicht gerade in die Hände zu spielen. Und die künstliche Krise als Arbeitsvoraussetzung oder gar den Vatermord als Kreativmotor finde ich nicht wirklich zeitgemäß.

Aber wer entscheidet, wie sich die Persönlichkeit eines Schauspiel-, Regie-, Dramaturgie, -Bühnen- oder Kostümbildstudierenden zu entwickeln hat? Wer entscheidet, wann sich diese Entwicklung zu vollziehen hat?

Im Systemischen Coaching haben wir dazu eine sehr klare Meinung: Diese Fragen betreffen die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen und liegen nicht mehr im Bereich der Kompetenzvermittlung (selbst wenn die Qualität ihrer Umsetzung mit der Persönlichkeit verbunden sein mag).

Über die Gestaltung der eigenen Persönlichkeit entscheidet ausschließlich der Mensch, den es betrifft. Alles andere widerspricht aus Sicht des Systemischen Coachings den Ethik-Grundsätzen, zu denen wir uns verpflichtet haben. Als Dozentin kann ich eine Arbeit beschreiben! Ich kann sie auch bewerten! Wie das Ergebnis dieser Arbeit aber möglicherweise mit der Psyche des Studierenden in Verbindung stehen könnte, geht mich nichts an!

Wenn ich Feedback oder wie im Theater eben auch üblich Kritik gebe, beurteile ich nicht das Sein eines Menschen – also den Menschen (der ist so), sondern möglichst seine Arbeit oder sein Verhalten in einer konkreten Situation.

Mir hilft da wieder die Haltung aus dem Systemischen Coaching: Als Coach diagnostiziere und therapiere ich nicht. Ich stelle keine Vermutungen darüber an, wie die aktuelle Persönlichkeit etwaige Entwicklungen möglicherweise behindert. Solange diese Person selbst keinen Bedarf sieht, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten, findet diese Arbeit einfach nicht statt. Das ist eine Verantwortung, die ich voll und ganz bei meinen Studierenden lasse!

Ein Coaching ist keine Zwangsbeglückung, sondern ein Angebot! Wie auch im Feedback erfolgt ein Coaching ausschließlich nach expliziter Aufforderung oder einer erteilten Erlaubnis. D.h. selbst wenn ich im Rahmen meines Seminars gezielt eine Coaching-Frage stellen möchte, mit der ich die Studierenden zur Selbstreflexion anregen möchte, frage ich vorher, ob ich das darf. Die wichtigste Voraussetzung für ein Systemisches Coaching ist daher die Freiwilligkeit!

Ich habe in den zahllosen Coachings, die ich mit Studierenden der darstellenden Künste in den letzten Jahren geführt habe, erlebt, wie sie selbständig Lösungen erarbeiten konnten. Dass sie nach ihrer eigenen Selbsteinschätzung ein besseres Gespür für ihre eigenen Kompetenzen erhielten und sich insgesamt kompetenter fühlten. Sie in einem guten Kontakt zu sich und ihrer Arbeit waren und gleichzeitig die Bereitschaft zur kritischen Selbstreflexion und die Übernahme von Verantwortung für die eigene Arbeit gestiegen war.

Einfach, indem sie sich als die einbringen konnten, die sie sind.
Einfach, weil sie gefragt wurden!

Und ich frage mich, welche gute Frage ich dem „kotzenden“ Studenten stellen würde, wenn sich die anfangs von mir beschrieben Szene heute ereignen würde?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

http://ensemble-netzwerk.de/parade-der-darstellenden-kuenste/konferenz-der-theaterstudierenden.html